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Im Team gegen das G-Mein

  • Melanie Huml, MdL

    Bayerische Gesundheitsministerin

    Wenn Kinder seelisch leiden, gilt es, hinzusehen und zu helfen. Dazu gehört auch, die Früherkennung psychischer Störungen zu verbessern – ohne jedes Lebensproblem gleich zur Krankheit zu machen – und dort, wo es nötig ist, auch die Versorgung zu verbessern, wie wir es beispielsweise mit der Niederlassungsförderung für Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Kinder- und Jugendpsychotherapie sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten oder auch mit der Förderung von Modellprojekten zur Behandlung von Depressionen im Kindes- und Jugendalter tun.
    Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dem Thema psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen die nötige Aufmerksamkeit in der Gesellschaft und im Gesundheitswesen zukommen lassen – als Hilfestellung für die Betroffenen und als gute Investition in die Zukunft.

  • Josef Mederer

    Präsident des Bayerischen Bezirketags

    Psychisch kranke Kinder und Jugendliche brauchen unsere Hilfe. Behandlungsbedürftige emotionale Belastungen, Verhaltensauffälligkeiten und psychische oder psychosomatische Störungen zeigen sich oft schon im Kindesalter. Die bayerischen Bezirke bieten mit ihren Spezialkliniken individuelle und vielschichtige Therapieansätze für kranke Kinderseelen. Gemeinsam mit den Familien und dem Umfeld des Kindes geht es darum, die Krankheit zu bessern, zu heilen oder die Fähigkeit zu entwickeln, mit ihr zu leben.

  • Dr. Wolfgang Krombholz

    Vorstandsvorsitzender der
    Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns

    Über zwei Millionen Kinder und Jugendliche leben in Bayern. Sie sind unsere Zukunft und deshalb sollten wir alle ein großes Interesse daran haben, dass es ihnen gut geht und dass sie sich wohlfühlen. Dazu gehört natürlich auch die körperliche und seelische Gesundheit. Die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten sind dabei zentrale Ansprechpartner für Eltern und Kinder gleichermaßen. Wir unterstützen gerne die Kampagne des Bayerischen Gesundheitsministeriums, indem wir in unserer Mitgliederzeitschrift „KVB FORUM“ über die verschiedenen Behandlungsansätze informieren und indem wir am 27. Juli 2016 bei uns in der KVB in München eine Veranstaltung für alle Interessierten zu der Thematik anbieten werden.

  • Dr. Heidemarie Lux

    Vizepräsidentin der Bayerischen Landesärztekammer

    Gerade bei Kindern und Jugendlichen müssen psychische Störungen sehr ernst genommen werden. Psychische Krankheiten in dieser wichtigen Entwicklungsphase können erhebliches Leid bei den Betroffenen und deren Familien verursachen. Dadurch können soziale Beziehungen, der Bildungserfolg, die beruflichen Möglichkeiten und unter Umständen der gesamte weitere Lebensweg negativ beeinflusst werden. Wir Ärztinnen und Ärzte sind gerne Ansprechpartner für Betroffene und Eltern und vermitteln entsprechende Hilfsangebote. Informieren Sie sich im Rahmen der Kampagne „Psychische Gesundheit bei Kindern“ über mögliche Alarmsignale und werden Sie aktiv.

  • Peter Lehndorfer

    Vizepräsident der Bayerischen Landeskammer
    der Psychologischen Psychotherapeuten und
    der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

    Kinder sind das wichtigste Gut unserer Gesellschaft. Ich erachte es als wesentliche gesellschaftliche Aufgabe, die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Für ein gesundes Aufwachsen ist es wichtig, dass ein Kind nicht nur körperlich und geistig gute Fortschritte macht, sondern sich auch psychisch oder seelisch gesund entwickeln kann. Präventive Angebote sind erforderlich, um die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu stärken und die Unterstützungsmöglichkeiten ihrer Eltern hierbei zu fördern. Diese Angebote müssen für alle – zum Beispiel auch für Familien, die mit besonderen Risiken behaftet sind – einfach zugänglich sein. Wenn ein Kind psychische Probleme hat oder im Laufe seiner Entwicklung Verhaltensauffälligkeiten zeigt, braucht es fachkundige Hilfe und einfühlsame Unterstützung durch sein Umfeld. Um dies für alle Kinder und Jugendlichen erreichen zu können, ist es unerlässlich, die psychotherapeutische Versorgung zu stärken.

  • Thomas Benkert

    Präsident der Bayerischen Landesapothekerkammer

    Kinder sind unsere Zukunft – deshalb muss uns allen daran gelegen sein, Kinder in ihrer Entwicklung und ihrem Heranwachsen nach Möglichkeit gut zu unterstützen und zu fördern. Steigender Leistungsdruck oder eine zu hohe Erwartungshaltung in der Familie, Schule oder im Freundeskreis können auch bei Kindern psychische Belastungen hervorrufen. Als Eltern und als Heilberufler ist es unsere Aufgabe, für die Gesundheit unserer Kinder einzustehen – das heißt auch, sie präventiv vor psychischen Problemen zu schützen, dagegen vorzugehen und sie in schwierigen Lebenslagen zu beraten und zu unterstützen.

  • Siegfried Hasenbein

    Geschäftsführer der
    Bayerischen Krankenhausgesellschaft e. V.

    Kinder sind unsere Zukunft. Es ist unsere Pflicht, für ihre körperliche und psychische Unversehrtheit zu sorgen.

  • Dr. Marliese Biederbeck

    Geschäftsführung DBfK Südost,
    Bayern-Mitteldeutschland e.V.

    Mehr in die Primärprävention investieren

    Die professionelle Pflege sieht sich in Fragen der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen an vielen Schnittstellen als starker Partner im Gesundheitssystem. Aus unserer Sicht kommt gerade der Primärprävention eine enorme Bedeutung zu, um psychische Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen oder sogar abzuwenden. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen ist besorgniserregend angestiegen. Als einen der Hauptgründe sehen Experten die wachsende Zahl von Familien mit schwierigem Hintergrund. Familien sind in unseren Konzepten zur Gesundheitsförderung und Pflege der Hauptansatzpunkt. Seit vielen Jahren fördern wir die Etablierung der so genannten Familiengesundheitspflege, weil in der Familie wichtige Weichen für die gesunde Entwicklung gestellt werden.
    Ein weiterer Ort der Prävention ist auch die Schule: Kinder und Jugendliche für das eigene Wohlergehen zu sensibilisieren, das halten wir aus Sicht der Pflege für essentiell. Daher unterstützen wir außerdem das aus den USA stammende Konzept der School Nurses, der Schulgesundheitspfleger/-innen. Diese sind in vielen Ländern der Welt fest im Schulbetrieb etabliert und unterstützen Schüler/-innen bei Erkrankungen und allen Fragen der Gesundheit und des Befindens. Wir sind davon überzeugt, dass dafür das Setting Schule ein geeigneter Ort ist, da die Kinder einen guten oder sogar großen Teil dort verbringen. Ein wichtiger Schritt ist es aus unserer Sicht, in Zusammenarbeit mit den Kommunen Konzepte der Primärprävention systematisch und flächendeckend zu implementieren. Wenn der Notfall eintritt, ist es oftmals schon zu spät.
    Die Zahl der Kinder, die stationär behandelt werden müssen, ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Die Pflege in den psychiatrischen Einrichtungen betrachten wir jedoch mit Sorge, da sie – wie alle Bereiche der professionellen Pflege – von akutem Personalmangel betroffen ist. Das hat nachweislich gravierende Auswirkungen auf die Betreuung und Versorgung der Kinder mit psychischen Erkrankungen. Seit Jahren warnt der DBfK vor dieser Entwicklung. In den Krankenhäusern wurden massiv Stellen abgebaut, und das bei gestiegenen Behandlungszahlen. Wir fordern daher verbindliche Personalbemessungssysteme, um die Pflege und Begleitung der uns anvertrauten Menschen gewährleisten zu können.

  • Sigrid König

    Vorständin BKK Landesverband Bayern

    In den ersten Lebensjahren eines Kindes wird das Gerüst für die psychisch-emotionale Entwicklung erstellt. Eine positive Erfahrung bei der Bindung an eine Bezugsperson ist ein ganz wichtiger Baustein für Lebenskompetenz und Selbstvertrauen und damit für eine gesunde psychische Entwicklung.
    Erfolgreiche Präventionsprojekte der Betriebskrankenkassen, wie „Mit mir nicht!“ oder „bauchgefü̈hl“, setzen dabei bewusst in Kindergärten und Schulen an, um Kinder und Jugendliche psychisch stark zu machen. Denn psychisch starke Menschen sind weniger anfällig für viele Krankheiten. Weil wir heute wissen, dass die psychische Gesundheit ganz wesentlich auch die körperliche Gesundheit beeinflusst, ist es für uns doppelt wichtig, die psychische Gesundheit bereits im Kindesalter zu stärken.

  • Prof. Dr. Franz Joseph Freisleder

    Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Kinder- und Jugendpsychotherapie
    Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Psychotherapie
    Ärztlicher Direktor des kbo-Heckscher-Klinikums für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik, Psychotherapie

    Kinder und Jugendliche machen mehr als ein Fünftel unserer Bevölkerung in Deutschland aus. Psychische Beeinträchtigungen und Störungen sind in dieser Altersgruppe keineswegs seltener als bei Erwachsenen und es kann grundsätzlich jedes Kind und jeder Jugendliche seelisch erkranken und dann unsere Unterstützung und Behandlung brauchen.
    Gar nicht so selten begegnen wir bei unserer klinischen Arbeit Kindern, die psychisch erkrankt sind, obwohl sie zu Hause von ihren Eltern im Kreis der Familie verantwortungsvoll und engagiert betreut werden und auch in ihrem sozialen Umfeld gut integriert erscheinen. Es muss uns also klar sein, dass seelische Störungen im Entwicklungsalter keineswegs nur auf Einflüsse von außen zurückzuführen sind und dass sie in allen gesellschaftlichen Schichten auftreten können.
    Zuständig im medizinischen Sinn sind für diese Störungen in erster Linie die Kinder- und Jugendpsychiatrie und Kinder- und Jugendpsychotherapie, die in Kliniken und Praxen ihr diagnostisch-therapeutisches Angebot den Betroffenen und ihren Familien zur Verfügung stellen.

  • Prof. Dr. Gerd Schulte-Körne

    Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie,
    Psychosomatik und Psychotherapie der Ludwig-Maximilians-Universität München

    20 % der deutschen Kinder und Jugendlichen sind psychisch belastet, 10 % von ihnen so stark, dass sie behandelt werden müssen. Trotz eines hoch differenzierten Gesundheitssystems werden psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche viel zu spät versorgt, nicht wenige gar nicht. Woran liegt es? Es ist immer noch ein Stigma in Deutschland, psychisch krank zu sein und in eine Klinik für psychisch Kranke zu gehen. Fehlende Informationen über Behandlungsformen und -angebote, Angst vor einem Klinikaufenthalt („Ich bin doch nicht blöd! Ich muss doch nicht in die Klapse!“), Schwierigkeiten, psychische Veränderungen bei sich selbst richtig einzuschätzen, und fehlende spezifische, leicht zugängliche Angebote für Kinder und Jugendliche und ihre Familien tragen dazu bei, dass psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen zunehmen und nicht selten chronisch verlaufen. Wir müssen hinschauen, Hilfe anbieten, psychisch kranke Kinder und Jugendliche in die Gesellschaft integrieren, und zwar in allen Bereichen – der Familie, dem Kindergarten, der Schule, in den Vereinen und in der Berufsausbildung sowie bei der Berufsausübung.

  • Dr. med. Daniela Thron-Kämmerer

    Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie- und Kinder- und Jugendpsychotherapie,
    Vorsitzende der Landesgruppe Bayern des BKJPP

    Psychische und psychiatrische Erkrankungen spielen eine immer größer werdende Rolle in unserer Gesellschaft – mit erheblichem Leiden der Betroffenen sowie deutlichen gesamtgesellschaftlichen, ökonomischen Folgen.
    Bis vor 20, 30 Jahren wurde angenommen, dass die Kindheit grundsätzlich ""glücklich, unbelastet und sorgenlos"" ist – allenfalls wenn ein Kind gravierend belastenden Umständen ausgesetzt war, wurde dessen Kindheit als ""nicht schön"" oder ""schwierig"" anerkannt.
    Tatsache ist aber: Psychische und psychiatrische Erkrankungen beginnen zu einem sehr großen Teil in der Kindheit und Jugend sowie meist unter völlig normalen Umständen. Ca. 5–10 % der Kinder und Jugendlichen zeigen behandlungsbedürftige Auffälligkeiten inkl. eines deutlichen Leidens dieser Kinder / Jugendlichen selbst sowie ihrer Familien. Hinzu kommen Scham und Sorge, dass man möglicherweise ""selbst schuld"" ist oder ""in der Erziehung versagt haben"" könnte.
    Und: Je eher die Betroffenen einer angemessenen Behandlung zugeführt werden, desto größer sind die Chancen, den Kindern und ihrer Familie jetzt wirksam zu helfen sowie die Weichen für die weitere Entwicklung so zu stellen, dass die Erkrankung eben möglichst nicht chronisch wird – mit den entsprechenden Folgen für das Erwachsenenleben.
    Daher ist für uns alle sehr wichtig, sich klarzumachen: Psychiatrische Erkrankungen treten wie andere Erkrankungen auch bereits im Kindes- und Jugendalter unverschuldet auf, lösen großes Leid aus und werden unbehandelt leider in der Regel immer schlimmer.
    Sie können aber wirksam behandelt werden – je früher desto besser – es gibt keinen Grund, dies aus einem Gefühl der völlig unbegründeten Scham heraus nicht in Anspruch zu nehmen.
    Facharzt hierfür ist der Kinder- und Jugendpsychiater. Er ist Spezialist für psychische Auffälligkeiten in der Kindheit und Jugend und unterstützt eine diesbezügliche bestmögliche Entwicklung.

  • Eva Straub

    Stellvertretende Vorsitzende des Landverband Bayern
    der Angehörigen psychisch Kranker e. V.

    Der Landverband Bayern der Angehörigen psychisch Kranker e. V. begrüßt es sehr und bedankt sich, dass das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege die seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu seinem Jahresschwerpunkt macht. Aus eigener Erfahrung wissen Eltern, deren Kind in der Jugendzeit seelisch erkrankt, was es für Kind und Eltern bedeutet, an einer solchen Krankheit zu leiden. Ganz besonders wichtig ist es dann zu wissen, dass es wirkungsvolle medizinische und psychologische Hilfe für das Kind und Unterstützung für die Eltern gibt und wo man sie findet. Dazu werden wir im Rahmen der Kampagne beitragen. Aus diesem Grunde unterstützt der Bayerische Angehörigenverband die Initiative des Ministeriums gern und beteiligt sich an den Aktivitäten.

  • Dr. Josef Pettinger

    Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft SELBSTHILFE
    von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und
    ihrer Angehörigen in Bayern (LAG SELBSTHILFE Bayern) e. V.

    Psychische Gesundheit ist für alle Kinder und Jugendlichen zentral, gerade auch dann, wenn sie psychisch krank sind oder wenn eine chronische Erkrankung oder Behinderung sie psychisch belastet. Als Dachverband der Selbsthilfe für ganz Bayern verfolgen wir deshalb das Ziel, dass betroffene Kinder und Jugendliche möglichst früh gefördert werden und dass sie ihre Fähigkeiten zu gesundheitlicher Selbstbestimmung und Selbsthilfe zusammen mit anderen entwickeln können.
    „In der Selbsthilfe muss ich nicht erst erklären, wie ich mich fühle und was jeden Tag los ist – hier kriege ich Tipps und kann anderen zeigen, wie ich es hinkriege“, sagen viele Kinder und Jugendliche. Beim Landesverband Bayern der Angehörigen psychisch Kranker e. V. oder bei anderen Mitgliedsorganisationen der LAG SELBSTHILFE Bayern können sie sich altersgerecht informieren und Angebote mitmachen und mitgestalten.
    Selbsthilfeorganisationen haben auch vielfältige Angebote für Geschwister, Freunde und Eltern und kooperieren mit Fachkräften und Einrichtungen. So werden viele Probleme vermieden und Kinder und Jugendliche haben bessere Chancen auf eine gute psychische Gesundheit.

  • Sabine Kühnel

    Bezirkskliniken Schwaben
    Augsburger Kindersprechstunde

    Auch Kinder und Jugendliche sind immer häufiger von psychischen Störungen betroffen.
    Neben anderen Ursachen hierfür ist auch die psychische Erkrankung eines Elternteils oder beider Elternteile zu nennen.
    Hier obliegt der Erwachsenenpsychiatrie ein präventiver Auftrag im Hinblick auf von psychischer Krankheit betroffene Familien,
    die mit ihren Fragen und Verunsicherungen, mit ihren Ängsten und Sorgen, Schuld- und Schamgefühlen kommen,
    damit sie Antworten und Entlastung erhalten. Wir beraten und begleiten Kinder, deren Eltern von einer akuten psychischen Krise
    betroffen sind. Diese Kinder sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt, selbst psychisch zu erkranken.
    Deshalb ist es für uns enorm wichtig, möglichst frühzeitig präventiv einzugreifen und den belasteten Familien Hilfe zu vermitteln.

  • Dr. med. Dipl. Psych. Harald Tegtmeyer-Metzdorf

    Sprecher des Ausschusses „Psychosomatik und Psychotherapie“
    im Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ)

    Die Sorgen und Nöte von psychisch kranken Kindern und Jugendlichen dürfen nicht unter den Tisch gekehrt werden. Jeder junge Mensch kann betroffen sein und ist dann auf offene Ohren, Empathie und Hilfe angewiesen. Als langjährig niedergelassener Kinder- und Jugendarzt und Psychotherapeut weiß ich, dass eine Behandlung umso besser wirksam ist, je früher sie einsetzt. Mit den Vorsorgeuntersuchungen können wir erste Auffälligkeiten und Probleme gut erfassen und den Eltern – je nach weiterem Verlauf – passende Vorschläge für eine bestmögliche Normalisierung oder Inklusion unterbreiten. Für spezifische Hilfe greifen wir auf die bestehenden Netzwerke vor Ort zurück. Keiner sollte sich wegen psychischer Störungen verstecken. In einer modernen und offenen Gesellschaft müssen Stigmatisierung und Ausgrenzung offensiv zurückgedrängt werden.

  • Prof. Dr. med. Volker Mall

    Ärztlicher Direktor (kbo-Kinderzentrum München)
    Lehrstuhlinhaber für Sozialpädiatrie (Technische Universität München)

    Das frühestmögliche Erkennen von psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter kann Leidenszeiten verkürzen und Heilungschancen verbessern. Von der Kampagne „Auch Kinder können psychisch erkranken“ erhoffe ich mir eine verbesserte Aufmerksamkeit im Umgang mit seelischen und psychischen Nöten von Kindern und Jugendlichen und darüber hinaus eine Entstigmatisierung von Kindern mit psychischen Erkrankungen und deren Familien.

  • Dr. med. Dipl.-Psych. Mirjam N. Landgraf

    Leiterin der Ambulanz für Kinder mit Toxinexposition in der Schwangerschaft im iSPZ des Dr. von Haunerschen Kinderspitals, LMU München

    „Auch Kinder können psychisch erkranken“ – eine Aussage, die auf alle Kinder mit einer Fetalen Alkoholspektrumstörung (FASD) zutrifft. Alkohol ist die Droge Nummer eins in Deutschland und mindestens ein Drittel aller Frauen trinkt auch in der Schwangerschaft in unterschiedlichem Ausmaß Alkohol. Eine für das ungeborene Kind ungefährliche Menge an Alkohol kann nicht bestimmt werden. 1 % aller Kinder weisen Schädigungen durch Alkohol im Mutterleib auf. Alkohol ist ein direktes Zellgift und bewirkt, neben Wachstumsverzögerungen und Auffälligkeiten des Gesichtes, eine irreversible Gehirnschädigung des ungeborenen Kindes. Diese führt beim Kind zu vielfältigen und schwerwiegenden Beeinträchtigungen in der Entwicklung, im Verhalten, in der Psyche und in speziellen geistigen Fertigkeiten. Aufgrund ihrer Erkrankung haben Kinder mit FASD deutliche Einschränkungen in den Alltagsfunktionen, in der selbständigen Lebensführung und in den psychosozialen Fähigkeiten. Diese Beeinträchtigungen persistieren lebenslang. Eine frühzeitige Diagnose, eine individuell angepasste kontinuierliche Förderung und ein stabiles Umfeld können die Prognose für die betroffenen Kinder deutlich verbessern und damit zur Vermeidung sekundärer psychischer Erkrankungen und zur Verbesserung der Lebensqualität der betroffenen Kinder und ihrer Familien beitragen.

  • Dr. Helmut Schlager

    Geschäftsführer Wissenschaftliches Institut für Prävention im Gesundheitswesen
    Bayerische Landesapothekerkammer

    „Kinder sind ein Geschenk des Himmels“ – Geschenke, die unser Leben lebenswert machen, die Freude, Liebe und Hoffnung für die Zukunft mit sich bringen. Natürlich sind uns unsere Kinder stets auch Herausforderung! Dafür tragen wir Verantwortung, insbesondere in schwierigen persönlichen Lebenslagen, sei es beim Kind oder Jugendlichen mit ADHS oder beim Kind, das unter Schulstress, Mobbing oder falschen Erwartungshaltungen leidet. Damit Kinder an den Herausforderungen unserer Zeit nicht erkranken, sondern trotz aller Belastungen zu selbstbewussten, gesunden Erwachsenen (auf-)wachsen können, begleiten wir sie, so gut es eben geht, als Eltern, aber auch als Heilberufler. Ein Beitrag der bayerischen Apotheker zur diesjährigen Jahresschwerpunktkampagne ist der Schulvortrag „Locker bleiben! Stark trotz Stress“ aus dem WIPIG-Projekt „Apotheke ist Klasse!“. Eltern und Lehrkräfte können wesentlich dazu beitragen, dass die Anforderungen in der Schule und Freizeit bei Kindern und Jugendlichen nicht zur Stressfalle werden. Apotheker haben mit dem Vortrag „Locker bleiben! Stark trotz Stress“ die Möglichkeit, Eltern und Lehrkräfte über einfache und gezielte Maßnahmen der Stressprävention aufzuklären. Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.wipig.de/materialien/projekte-downloads/item/apotheke-ist-klasse-2

  • Prof. Manfred Wildner

    Bayerisches Landesamt
    für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

    Die Lebenswelten der Kindheit haben sich gewandelt. Wir dürfen die Herausforderungen an ein gesundes Aufwachsen nicht unterschätzen: Wir Älteren sollten zu allererst Zuhörende sein, dann Helfende.