Das Gemein - G-Mein
Das Gemein

„Ganz schön gemein!“

Das Motto der Kampagne spricht es deutlich aus: Eine psychische Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen ist eine gemeine Sache, denn sie kommt ohne ihr Zutun und von ganz allein. Wie bei jeder Krankheit haben sich die Betroffenen die Störung weder ausgesucht noch sind sie daran schuld. Die Erscheinungsformen sind vielfältig: Die einen leiden zum Beispiel an einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), andere entwickeln eine Essstörung, eine Depression oder eine Phobie. Gemeinsam ist allen, dass die Kinder und Jugendliche einen großen Leidensdruck entwickeln. Und das ist nun wirklich ganz schön gemein.

Psychische Krankheiten kann man nicht sehen (im Gegensatz zu einem gebrochenen Arm). Und doch sind sie da! Sie sitzen den Kindern auf der Seele – wie ein gemeiner Quälgeist und Störenfried. Und dieser hat jetzt einen Namen: das G-Mein. Dieses Symbol soll die Erkrankung greifbarer und so besser verstehbar machen.

Das G-Mein kann sich – wie viele körperliche Krankheiten auch – anschleichen, macht sich zunächst nur hier und da bemerkbar, wartet ab und setzt sich langsam, aber sicher fest. Im Kopf und in der Seele des Kindes. Es stellt zum Beispiel als Symbol einer Essstörung die gemeine Frage: „Fühlst du dich nicht besser, wenn du weniger wiegst?“ Oder es macht als personifiziertes ADHS fiese Bemerkungen: „Du willst dich konzentrieren? Schaffst du sowieso nicht!“ Das G-Mein fordert zu ungesundem Verhalten auf, schürt Ängste und Zweifel. Und wenn es sich erst einmal festgesetzt hat, geht es meist nicht von alleine wieder weg.

Eltern kennen ihr Kind am allerbesten und deshalb fällt ihnen sicher auf, wenn es sich anders verhält. Wenn es sich beispielsweise kaum konzentrieren kann und sehr impulsiv ist. Aber auch Lehrer, Lehrerinnen oder Erzieher und Erzieherinnen können erkennen, wenn das Kind Regeln eher aus Unachtsamkeit anstatt aus Absicht nicht befolgt. Andere Hinweise können Änderungen des Essverhaltens sein oder wenn das Kind das Interesse an seinen bisherigen Hobbys verliert, sich immer mehr zurück zieht usw.

Trotzdem muss ein ungewohntes, neues Verhalten nicht krankhaft sein. Es ist normal, dass sich Kinder im Laufe ihrer Entwicklung grundsätzlich verändern können. Sie sollten aufmerksam sein und Ihr Kind im Auge behalten und nachfragen, ob es eventuell Nöte und Ängste gibt. Und daran denken, dass vielleicht das G-Mein dahintersteckt.

Von selbst verschwindet das G-Mein meistens nicht. Betroffene Kinder und Jugendliche brauchen unbedingt Unterstützung, um das G-Mein wieder loszuwerden. Wie bei jeder schwereren Erkrankung ist professionelle Hilfe sinnvoll, zum Beispiel ärztliche, psychologische und/oder therapeutische Unterstützung. In Ihrer Kinderarztpraxis finden Sie erste Ansprechpartner und erhalten Tipps und Informationen über geeignete weitere Anlaufstellen. Auch auf dieser Seite finden Sie hilfreiche Adressen und Links.